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Rede vom 27.11.2018

Rede Betriebsversammlung 27.11.2018

Ulf Wittkowski für die alternative

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir nähern uns mit großen Schritten der Weihnachtszeit. Eine Zeit in der man sich gerne mal wieder Märchen erzählt! Auch ich habe euch heute ein Märchen mitgebracht, das tatsächlich einen wahren Hintergrund hat.

Wie alle Märchen fängt auch unser Märchen, wie sollte es auch anders sein, mit: “Es war einmal…“ an.

Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da kam in das Werk Hamburg eine Führungskraft, die die Instandhaltung revolutionieren sollte. Was vorher nicht ging, Personal für diesen Part der Produktionssicherung zu erhalten war Geschichte, zumindest für die Zeit des Wirkens dieser herrlichen Person. Sie genoss hier und wohl auch in Stuttgart ein ansehen, wie es ein Rockstar nicht besser haben kann. So wurden Einstellungen getätigt, dass man schon Angst haben musste, dass wir überhaupt genügend ausgebildete Kolleginnen und Kollegen hier im Werk Hamburg auftreiben können. Doch er schaffte es!!! Auch in der Elektroplanung wurde viel bewegt. Er holte die besten die es am Markt gab.

Natürlich es mussten auch Opfer gebracht werden. Kolleginnen und Kollegen der Instandhaltung mussten wieder vermehrt Nachtschicht gehen, auch die älteren. Sein Konzept war es, die Zentralwerkstatt aufzulösen, und die Stützpunkte zu eigenverantwortlichen Standorten zu machen. Die Kolleginnen und Kollegen sahen sich geehrt. Es leuchtete auch jeden ein, dass nicht jeder mehr alles kann und das Fachwissen der Abteilung nun nicht mehr von jedem x-beliebigen Instandhalter erledigt werden kann. Die Produktion jubilierte, endlich wurde ihrer Forderung nach direkter vor Ort Betreuung Rechnung getragen. Endlich konnte man die Maschinenverfügbarkeit steigern. Das ließ sich auch gut nachweisen. Die Reaktionszeiten bis auf eine Störung reagiert worden ist sanken Monat für Monat. Es war eine herrliche Zeit.

Doch es kommt wie es kommen musste. Ein Märchen ist ein Märchen und kann nicht in der realen Welt existieren. So wird aus dem Märchen ein Stück reale Geschichte und dann ist es auch alles nicht mehr so schön.

So musste also auch dieses Märchen der Realität weichen

Die Zerschlagung der Zentralwerkstatt gab es wirklich und auch die Aufteilung in die Stützpunkte und es wurden auch viele Kollegen in die Instandhaltung geholt, es sind inzwischen auch viele ausgeschieden. Inzwischen wohl mehr als hereingeholt wurden, das war durch die Altersstruktur voraussehbar. Das führte letztendlich unter dem Strich zum Ergebnis, dass nur der Zusammenhalt in der Instandhaltung aufgelöst wurde! Die Struktur die hier eingeführt wurde entbehrt, was heute doch immer hinterfragt werden soll, jeglicher Nachhaltigkeit. Diese Struktur hat überhaupt keine Berücksichtigung in der Personalplanung gefunden. Dass nach ca. 4 Jahren das Trugbild zerfällt liegt daran, dass die Weggänge sich nicht mehr durch Überstunden kaschieren lassen. 42 Leute zu wenig in der Abteilung sind ein trauriges Ergebnis! Ohne die übermäßigen Überstunden wäre die Führung viel eher gezwungen gewesen, zu handeln. Nur so konnte diese Lüge so lange aufrechterhalten werden. Selbst die Versuche, neues Personal zu erhalten schlugen fehl. Führungskräfte E 1er/2er sahen kein Handlungsbedarf, weil sie genügend Personal haben, allerdings in Stuttgart. Das wir in Hamburg immer weniger handlungsfähig werden ignorieren sie. Ihre persönlichen Ziele waren erfüllt. Es gab aber auch von den hiesigen Führungskräften keine andere Aufstellung, obwohl in den Stützpunkten nicht genügend Personal war, um die Bereiche dreischichtig zu betreuen! Von der Wochen­endschicht ganz zu schweigen! Die wird schon seit Jahren nur mit Über­stunden betrieben. Mal ehrlich wie zukunftsfähig sind wir, wenn Führungskräfte in diesen Ebenen nicht über den Tellerrand hinaussehen können. Da nützt uns eben kein Zukunftsbild. Das ist nach der Meinung von uns, der alternative, eh nur ein Glaubensbekenntnis und gehört nicht in eine Vereinbarung, sondern eher in die Kirche oder Mosche, wo Glaubensfragen hingehören.

Das Ergebnis ist einfach nur erschreckend.

Da bleiben dann wie bei jedem Jahreswechsel nur Wünsche und wir hoffen die führen dann wenigsten zu guten Vorsätzen im nächsten Jahr.

Einer davon wäre, dass das Zukunftsbild auch eine Zielsetzung wird und zu ausreichend Personal in diesem Werk führt. Dass man daraus lernt, dass die Führungskraft zur Mannschaft gehört, zumindest solange bis sie gelernt haben nicht mehr hierarchisch zu handeln. Das heißt, nicht nur Entscheidungen im eigenen Dunstkreis zu fällen. Bei Leadership 2020 stellt man doch immer 130 % Zielerfüllung dar. Das wird als Weg in die Zukunft angesehen. Gemessen an den wirklichen Ergebnissen, kann man so keine Zukunft schaffen.

Für die Zukunft brauchen wir auch Personal und Führungskräfte die über den Tellerrand hinausschauen.

So wie es im Augenblick gehandhabt wird hat das Werk Hamburg keine Chance.

Ich hoffe nicht, dass das so gewollt ist!

Mit den besten Wünschen zu Weihnachten. Lest auch ruhig mal wieder ein Märchen.

Wir hoffen, dass aus dem Erkannten auch Handlungen erfolgen. Dann hat das Werk Hamburg auch eine Zukunft!!!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit

Eure alternative